SAP: Der Gigant aus Walldorf

Noch vor der endgültigen Entwicklung eines Personal Computers, besser PC, hatten fünf junge Männer, allesamt Mitarbeiter bei IBM, im Jahre 1972 die Idee, eine Softwarefirma zu gründen. Der bekannteste von ihnen dürfte Dietmar Hopp sein, der durch sein Engagement als Mäzen des Bundesligaclubs TSG 1899 Hoffenheim vermehrt in den Tagesmedien aufgetaucht ist. Neben ihm waren damals noch Hasso Plattner, der heutige Aufsichtsratsvorsitzende des Softwarekonzerns, Claus Wellenreuther, Klaus Tschira und Hans-Werner Hector in die Gründung involviert. Ihre Idee war es, Abläufe in Unternehmen mit spezieller Software zu optimieren. Dadurch wurden Aufgaben wie Buchhaltung oder Lohnabrechnung entscheidend vereinfacht und die Lochkarte als Datenträger schied aus. Der Ansatz war denkbar einfach: Anstatt über Umwege sollte es möglich sein, die eigenen Daten direkt via Tastatur und Bildschirm in den Computer einzuspeisen. Das sogenannte OLTP (Online Transaction Processing, zu Deutsch: Echtzeit-Transaktionsverarbeitung) wurde dadurch begründet: Vorher wurden Daten gesammelt, um sie in einem Stapel, in sogenannten Batches, zu verarbeiten. Nun war es möglich, die Vorgänge mit Eingabe der Daten sofort in Prozesse einzubinden. Das hatte mehrere Vorteile, zum einen, dass die Abläufe auf die Weise beschleunigt und vereinfacht werden konnten, zum andern, dass es eine Lösung für mehrere Problemfelder gab. Die SAP-Gründer gaben diesem Software-Urtypus später den Namen „SAP R/1“.

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© Chen Wu – flickr.com

Raus aus den Kinderschuhen

1976 erblickte neben der bereits 1972 gegründeten „Systemanalyse und Programmentwicklung GbR“ die bis heute existente „SAP GmbH Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung“ das Licht der Welt und übernahm die Rechte der GbR im Jahre 1981. Mit der Verbreitung leistungsstärkerer Rechner gewann SAP auch immer mehr Interessenten für seine innovativen Softwarelösungen. Auch die Anwendungsbereiche der Software wurden in dieser Phase stetig erweitert, so dass ein immer breiteres Spektrum an Unternehmen die Dienste der Walldorfer in Anspruch nahm. Seit 1988 ist SAP eine AG und geht als Aktiengesellschaft auch an die Börse. Im Zuge dieser Entscheidung erhöhte sich in diesem bezeichnenden Jahr das Grundkapital von 5 Millionen DM auf 60 Millionen DM. Die Vorstellung des neuen Betriebssystems „SAP R/2“ sowie das stetige Wachstum des Unternehmens wurden 1989 sogar mit der Auszeichnung als „Unternehmen des Jahres“ durch das manager magazin belohnt. Der wirkliche Boom ereignete sich seit der Vorstellung des Betriebssystems „SAP R/3“ 1991, das mit vergleichsloser Benutzerfreundlichkeit überzeugte, und mit dem Aufschwung von Microsoft, der den Grundstein für die Verbreitung des Computers in alle Bereiche des Lebens und der Arbeit legte. Bis heute hat SAP mehrere Unternehmen übernommen, wie zuletzt für 2,5 Milliarden Euro den Cloud-Applikationen-Anbieter „Success Factors“, um so das Portfolio noch erweitern zu können. Heute zählt der Konzern über 66.000 Mitarbeiter, 248.500 Kunden, einen Jahresumsatz von 16,2 Milliarden Euro und hat mit 61,8 Milliarden Euro Börsenwert die Poleposition als wertvollstes deutsches Unternehmen inne.

Softwarelösungen, aber was?

SAP bedient ein unglaublich umfangreiches Feld von Anforderungen. Für praktisch jede Unternehmensform bietet es Lösungen an, wobei der Fokus auf mittelständischen und Großunternehmen liegt. © Bluekey – SAP Buisness One – flickr.com Hauptgeschäftsfeld ist das „Enterprise Resource Planning“, kurz ERP. Das von SAP angebotene Produkt nennt sich „SAP Business One“ und dient der Maximierung des Effizienzgrades in einem Unternehmen. Dadurch lassen sich unnötige Ausgaben minimieren und Reibungsverluste vermeiden. Des Weiteren bietet SAP Lösungen für den Finanzbereich mit dem sogenannten „SAP BankAnalyzer“ an, der Kalkulation, Analyse und Bewertung für Finanzprodukte übernimmt. Auch das Anlegen von Data-Warehouses kann durch eine Software von SAP gestützt werden, „SAP Enterprise Warehouse“. Das Kerngeschäft, nämlich die Datenbanklösungen, werden auch weiterhin durch diverse Programme gelöst, SAP IQ oder SAPDB seien genannt. Praktisch für jeden Bereich eines Unternehmens lässt sich eine Lösung von SAP finden. Die Walldorfer bieten ebenfalls diverse Programme zur Schulung an, damit der Kunde die elektronische Datenverarbeitung ohne fremde Hilfe bewerkstelligen kann, zum Beispiel die „SAP ERP Simulation“ oder das „SAP Enterprise Learning“.

Das Beiwerk

Durch den enormen Angebotsumfang lassen sich das ERP oder andere Programme nicht ohne Weiteres bestellen. Es ist wichtig, sich diesbezüglich beraten zu lassen, damit die Systemoptimierung auch wirklich das Optimum rausholt. Neben den hauseigenen Beratern von SAP gibt es auch noch verschiedene andere Unternehmen, die sich auf die Software der Walldorfer und insbesondere deren Integration spezialisiert haben. Aber auch in rechtlichen Fragen kann die Verwendung von SAP Software nicht immer ganz eindeutig sein. Deshalb bietet sich eine Beratung, wie sie beispielsweise die exali GmbH vertreibt, an. Die Arbeit mit Software von SAP kann eine absolute Win-win-Situation bedeuten, solange gewissenhaft mit den bereitgestellten Ressourcen umgegangen und das nötige Kleingeld in die Optimierung des Unternehmens investiert wird. Nicht umsonst ist das Unternehmen schließlich von einer Idee an die Spitze der weltweiten Softwarekonzerne aufgestiegen.

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