Industrie 4.0 für Landwirte?

Das Internet in die damit verbundene Technologie ist aus unserem heutigen Leben kaum noch wegzudenken. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Technik auch Einzug in die Wirtschaft gefunden hat. Man spricht hierbei auch von Industrie 4.0, der Fortschritt macht hierbei vor keiner Branche halt. So gehört die Industrie 4.0 heute auch zur Landwirtschaft unter dem Schlagwort Landwirtschaft 4.0. Doch was das jetzt im Detail ist und welche Vorteile es hat, das beleuchten wir im nachfolgenden Artikel.

Was versteht man unter Industrie 4.0?

Bevor wir uns mit dem Einfluss auf die Landwirtschaft und die Vorteile beschäftigen, kümmern wir uns erst mal um die Frage, was ist überhaupt Industrie 4.0? Grundsätzlich versteht man darunter die Vernetzung der Arbeitsabläufe zwischen der realen und der virtuellen Welt. Hierbei bedient man sich unter anderem der Informationstechnologie die das Internet bietet. Hierbei werden alle Schritte in einem Arbeitsprozess miteinander verzahnt. Daraus ergeben sich Vorteile, zum Beispiel eine schnellere Produktion. Das 4.0 leitet sich aus der Geschichte ab. Mit diesen Veränderungen in unserer Wirtschaft haben wir die vierte industriegeschichtliche Änderung. Zur Erinnerung, die erste Änderung war die Einführung der Wasser- und Dampfkraft. Dann folgte die zweite Änderung mit der Fließband- und Massenproduktion im 20. Jahrhundert, die dritte Änderung in 1970er Jahren mit der zunehmenden Digitalisierung und jetzt die vierte Änderung, die Verzahnung von Arbeitsprozesse mithilfe der Informationstechnologie.

Warum ist die Landwirtschaft im Fokus von Industrie 4.0 – Landwirtschaft 4.0?

Die Veränderungen die mit Industrie 4.0 verbunden sind, sind in vielen Landwirtschaftsbetrieben heute schon angekommen. So nutzt bereits jeder fünfte Landwirtschaftsbetrieb schon die Techniken. Sicherlich werden sich jetzt viele Fragen, warum? Grundsätzlich kann man die Technik von Industrie 4.0 für Landwirte in allen Bereichen in einem Landwirtschaftsbetrieb einsetzen. Ob bei der Pflanzenproduktion, also der Bewirtschaftung von Feldern, die Verarbeitung der Ernte oder bei Tierhaltung, wie zum Beispiel der Milchviehhaltung. Sicherlich ist die Umstellung erst mal mit Kosten und einem zeitlichen Aufwand verbunden, langfristig ergeben sich daraus aber Vorteile. Welche Vorteile das sind, kann man nachfolgend erfahren.

Welche Vorteile ergeben sich durch Industrie 4.0 für Landwirte?

Mit der Nutzung von Industrie 4.0 für Landwirte sind natürlich zahlreiche Vorteile verbunden. Ein großer Vorteil ist die Einsparung von Zeit und Kosten. So kann man durch die Technik zum Beispiel genau den Bedarf der Menge von Dünger steuern. Dies wird abhängig von der Bodenqualität ermittelt. Durch diese gezielte Steuerung hat man zum Beispiel eine Einsparung bei den Kosten. Wobei aber nicht nur Zeit und Geld Vorteile sind, sondern auch die Effizienz.

Welche Anwendungsfälle von Industrie 4.0 gibt es für die Landwirtschaft?

Natürlich werden sich jetzt einige Fragen, was sind Anwendungsfälle? Wie bereits erwähnt, kann man sie in nahezu in allen Bereichen in einem Landwirtschaftsbetrieb einsetzen. Nachfolgend zwei kleine Beispiele.

Beispiel 1: Erntemaschine

Die Erntemaschine ist bei der Einholung der Ernte heute ein unverzichtbarer Bestandteil. Durch die Industrie 4.0 für Landwirte kann man bei den Erntemaschinen auf umfangreiche Sensortechnik und die damit verbundene Verzahnung zurückgreifen. So erfassen zum Beispiel die Sensoren die Menge der eingeholten Ernte, aber auch die Qualität. Zudem analysiert die Technik die aktuellen Wetterdaten und bietet Vorschläge bei der Ernte ein. Durch diese Daten und die Verzahnung hat man gleich mehrere Vorteile. Durch die Erfassung der Menge bei der Ernte, kann man nicht nur die Zahl der Erntemaschinen steuern, sondern auch den Ertrag der Ernte und letztlich auch Lagerung und den Verkauf steuern. So kann man durch die Erfassung der Qualität, die Ernte bereits direkt nach der Ernte trennen. Durch die Analyse vom Wetter, erarbeitet automatisch der Computer die richtige Ernte. Dies kann natürlich hinsichtlich der Zahl der Erntemaschinen und dem Erhalt der Qualität von Vorteil sein.

Beispiel 2: Milchviehhaltung

Das zweite Beispiel beschäftigt sich mit der Milchviehhaltung. Das manuelle Melken von Milch gehört heute der Vergangenheit an. Vielmehr greift man heute zu modernen Milchrobotern. Diese reduzieren nicht nur den Personaleinsatz, sondern durch die Ermittlung der Daten und Verzahnung, kann man genau erfassen, wieviel ein Tier zum Beispiel Milch abgibt, die Erfassung der Qualität und Menge. Was letztlich gerade für den Verkauf der Milch wichtige Informationen sind. Je nach System kann man darüber aber auch die Fütterung steuern und Gesundheitswerte erfassen. Ist ein Tier krank, so kann man dies durch die Daten frühzeitig erkennen und das Tier behandeln.

Beispiel 3: Spargelanbau

Unter dem Produktnamen Asparagus field 2.0 hat Bosch eine vernetzte Sensorlösung entwickelt, mit der man die Temperatur der Erddämme messen kann. Die Daten werden dabei von der Sensorbox über eine Cloud auf das Smartphone des Landwirts übertragen. Damit kann der Landwirt entscheiden ob er am nächsten Tag die weiße oder doch die schwarze Folie aufbringen wird.

Beispiel 4: Agrarroboter zur Beseitigung von Unkraut

Unkraut ist nicht nur für den Kleingärtner ein großes Problem, sondern auch oder vielmehr für den professionellen Landwirt. Der selbstfahrende Agrarroboter, der ohne Fahrer auskommt, vereint verschiedene Techniken wie Bilderkennung, Sensorik und maschinelles Lernen um Pflanzen zu erkennen, entsprechend zu vermessen und auch Krankheiten zu analysieren. Zudem vernichtet der Agrarroboter auch Unkraut, in dem er es mit seinem Stempel in die Erde drückt, wo es anschließend verwelkt. Die Größe des Agrarroboters entspricht dabei der Größe eines Kleinwagens.

Beispiel 5: Drohnen zur Feldüberwachung

Um Kosten und vor allem Zeit zu sparen, haben viele Landwirte vor allem bei größeren Feldflächen in Drohnen investiert um ihre Felder zu überwachen. Dank der NDVI Technologie, die Infrarot Aufnahmen ermöglichen ist es z.B. möglich sehr schnell kranke Pflanzenbestände zu. Gleiches gilt für Tiere, welche in den Feldern nisten.

Beispiel 6: Traktor und Düngerstreuer

Class bietet mit seinem ISOBUS Task Management eine Möglichkeit verschiedene Systeme zu verbinden. So z.B. Anbindug an Bürosoftware,  Anbindung an Arbeitsaufträge so z.B. ertragsbezogener Ausbringung von Düngemittel und Pflanzenschutzmittel so z.B. die Kombination von Claas CROP Sensor ISARIA mit  ISOBUS Düngerstreuer.

 

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