Archiv der Kategorie: ERP Auswahl

Was ist wirklich wichtig bei mittelständischer ERP Software?

Wenn man sich in der Welt der ERP Software für die Zielgruppe Mittelstand umschaut, stellt man fest, dass je nach ERP Hersteller für das ein oder andere Thema geworben wird, was wichtig bei mittelständischer ERP Software Auswahl ist? Doch ist das wirklich so? Sollte man als mittelständisches Unternehmen unbedingt bei der Auswahl einer ERP Software Schlagwörter wie  z.B. Bedienkomfort, Usability, mobile first, On Premise vs. Cloud vs Hybrid oder auch das Bezahlmodell Lizenzkauf vs. Softwaremiete bedenken?

Sind das wirklich die wichtigsten Themen bei der ERP Auswahl?

Doch sind das wirklich die wichtigsten Themen welche mittelständische Unternehmen beim Kauf von ERP Software bedenken sollten? Natürlich spielen im Rahmen der ERP Entscheidung auch immer die Frage nach den ERP Software Features eine zentrale Rolle. Gleiches gilt auch für die Frage der Kosten. Hier vor allem was kostet eine Softwarelizenz und wie hoch sind die Kosten der Implementierung. Doch ist nicht die wichtigste Anforderung aller Anforderungen ob meine eigenen Geschäftsprozesse optimal unterstützt werden?

Was zeichnet Mittelstand aus?

Natürlich gibt es viele Definition für Mittelstand, die ihre Daseinsberechtigung haben. Angefangen von Unternehmensgröße über Branche bis hin zu Gesellschaftsstruktur. Doch hat der Mittelstand nicht einfach einen relativ einfachen gemeinsamen Nenner, der bedeutet, dass er (der Mittelstand) schlichtweg „irgendetwas“ produziert. Und ist in diesem Zusammenhang nicht die höchste und zugleich wichtigste Anforderung an ERP Software diese unterschiedlichen Produktionsabläufe abbilden zu können.

Warum sollte man sich beim ERP Kauf nicht selbst belügen?

Wer sich für eine ERP Software entscheidet, der muss Geld ausgeben. Die Geldsumme hängt dabei von zwei wesentlichen Faktoren ab. Einerseits die Lizenzkosten inklusive Wartung, andererseits die Kosten der Anpassung.

Wer Standard ohne große Anpassung nimmt, der spart einen großen Teil bei dem Punkt Anpassung oder neudeutsch Customizing. Dies hat aber für den Kunden den Nachteil, dass der Wille zur Anpassung an die Software notwendig ist und nicht anders herum. Argumente wie „die Software muss genau unseren Prozess abbilden“ haben in diesem Szenario damit keine Gültigkeit.

Ist der Wille im Unternehmen nicht vorhanden, so planen sie entsprechend einen großen Kostenblock für das Thema Customizing mit ein. Aus Erfahrung zeigt sich, dass jedes Unternehmen einzigartig ist und dies hat auch seine Berechtigung- seien sie deshalb kritisch gegenüber Personen die Ihnen ein Projekt ohne Customizingaufwand verkaufen wollen!

ERP Projekt – Ob sie jetzt oder später zahlen ist egal?

Zur Bezahlung eines ERP Projektes stehen verschiedene Varianten zur Verfügung angefangen vom Lizenzkauf, über Leasing, Mietkauf oder Abomodelle.

Das klassissche Modell ist der Lizenzkauf. Hier zahlen sie einen einmaligen Betrag pro Lizenz, der je nach Anbieter bei ca. bei 3000 € liegt. Nehmen sie die Anzahl ihrer Arbeitsplätze und multiplizieren sie diesen mit dem Lizenzpreis, dann haben sie einen ungefähren Schätzwert für den Preis ihrer Lizenzen.

Für die Folgejahre müssen sie einen entsprechenden Wartungsvertrag für die Lizenzen abschließen der nochmals bei ca. 20% des Lizenzpreises liegt. Die Rückgabe von zu viel gekauften Lizenzen ist dabei häufig schwierig. Einiger Anbieter lassen auch den Kauf von gebrauchten ERP Lizenzen zu.

Anmerkung: Wir haben das Lizenzmodell hier sehr vereinfacht dargestellt, in der Realität kommt auf mittelständische Unternehmen noch die Themen Addons, Lizenzart (Volllizenz/Teillizenz) und Lizenzmodell (named user vs. Concurrent User) zu. Alle drei Themen haben Auswirkung auf den Kostenblock Lizenzen.

Bei dem „neuen“ ERP Software-Preismodell spricht man von „Miete“ oder auch „Subskription“. Es basiert auf dem Abonnement-Gedanke, d.h. Unternehmen zahlen pro Monat und Lizenz einen festen Mietbetrag. Im Preis inbegriffen sind meist das Thema Wartung und evtl. auch Support. Der grundsätzliche Vorteil der sich durch diese Art von Softwaremodell ergibt ist das Thema Flexibilität & Liquidität

Unternehmen können variabel Lizenzen hinzubuchen wie auch stornieren. Die Kündigungsfristen sind dabei meist kürzer wie beim klassischen Kaufmodell. Zudem haben Unternehmen keine Schwierigkeiten und finanziellen Nachteile bei der Rückgabe von nicht-benötigten Lizenzen.

Der entscheidende Unterschied bei beiden ERP-Preismodellen ist die Frage nach dem Zahlungszeitpunkt. Natürlich haben Unternehmen beim klassischen Lizenzkauf eine hohe Anfangsinvestition, die unter Umständen die Unternehmensliquidität stark beeinträchtigen kann. Dank verschiedener Finanzierungsoptionen wie z.B. Leasing lässt sich diese Gefahr aber sehr gut über die Jahre abfedern. Das Leasing eines ERP Projektes kann dabei nicht nur die Lizenzkosten beinhalten, sondern auch dien Projektaufwand, aufgeteilt nach Installationskosten, Customizingaufwand oder Schulungsgebühren.

Anmerkung: In diesem Abschnitt behandeln wir rein das Thema „Bezahlung der ERP Lizenzen“. Dies ist unabhängig davon zu sehen, wie das ERP System gehostet wird, sei es direkt beim Unternehmen vor Ort mit einem eigenen Server als On-Premise Lösung oder virtuell in der Cloud.

Warum Anpassungen ihre Wartungskosten für ERP Software extrem in die Höhe treiben können?

Je nach ERP Hersteller oder Software Implementierungspartner lauern Fallen bei dem Thema Wartungskosten. Jeder Normalsterbliche denkt, dass sich die Wartungskosten auf Basis des Listenpreises berechnen, doch aufgepasst, viele ERP Partner lassen sich vertraglich ein Hintertürchen offen um die jährlichen Wartungskosten extrem in die Höhe zu treiben. Und so einfach funktioniert der Trick mit den Wartungskosten – Anpassungen und Eigenentwicklungen werden Teil des Wartungsvertrages. Die Berechnungsbasis für die Wartungskosten ist dabei der Entwicklungsaufwand.

Wenn Sie also eine spezielle Anpassung vornehmen lassen mit einem einmaligen Aufwand von 20.000 Euro, was ungefähr 10 PT entsprechen wird, so können sie bei einem Wartungssatz von 20% mit zusätzlichen Wartungskosten von 4.000 Euro pro Jahr kalkulieren.

Lock-in Effekt- oder warum sie trotz vertraglicher Regelung nicht einfach kündigen können?

Der Kauf einer ERP Software ist mit einer Ehe zu vergleichen. Wer sich einmal bindet, der kommt so schnell nicht wieder los, als Fachbegriff als Lock-in-Effekt bezeichnet. Auch wenn sie sich für ein ERP Subskription Modell mit variabler monatlicher Kündigung entscheiden und somit jederzeit ihre Lizenzen reduzieren können, letztendlich ist ein ERP System das Herzstück ihres Unternehmens, das tagtäglich mit Daten gefüttert wird. Ähnlich wie bei einer Ehe können sie sich scheiden lassen, aber von heute auf morgen sind sie definitiv nicht geschieden.

Ein Austausch durch ein neues ERP System ist in den meisten Fällen nicht von heute auf morgen möglich. So müssen „Altdaten“ exportiert und importiert werden und auch sollte das „neue“ ERP-System auf ihre Anforderungen eingestellt werden.

Das ist wirklich wichtig bei mittelständischer ERP Software!

Schauen Sie tief in ihr Unternehmen und fragen Sie sich ob Sie durch aktuelle Themen wie Cloud ERP, Industrie 4.0, Usability oder Digitalisierung einen entsprechenden Vorteil generieren können und ob genau diese Themen ihre aktuellen und auch zukünftigen Wettbewerbsvorteile sicherstellen werden.

Schaut man sich die mittelständischen produzierenden Unternehmen in Deutschland, Österreich oder Schweiz an, so ist meistens die größte Herausforderung in der Produktion zu sehen. Seien wir mal ehrlich, stockt ihre Produktion so haben sie spätestens nach ein paar Wochen nicht nur Probleme mit ihrem Kunden, sondern auch mit ihrer Bilanz. Vielleicht haben sie auch eine relativ flexible Produktion oder sie produzieren sehr viele verschiedene unterschiedliche Produkte oder Warengruppen, dann sollte ihr ERP System genau dies gewünschte Produktionsflexibilität auch abdecken können.

Nach all der umfänglichen Einleitung zu diesem Artikel, bei der wir gestartet sind mit dem Preis, den Lizenzkosten und uns auch mit dem Thema Cloud kurz beschäftigt haben, kommen wir nun zu den entscheidenden Fragen für produzierende Unternehmen bei der ERP Auswahl:

  1. Wie funktioniert die Disposition im ERP System?
  2. Startet die Disposition erst nach Freigabe eines Betriebsauftrages?
  3. Sind Auftragsstücklisten vorhanden? Wann sind diese vorhanden?
  4. Ist ein Advanced Planning and Scheduling System (APS) im ERP System vorhanden?
  5. Können Termine, Ressourcen und Kapazitäten verändert werden um eine Produktionsplanung und Produktionssteuerung zu simulieren?
  6. Wie erfolgt die Materialbewertung? Welche verschiedene Lagerbewertungsmethoden stehen zur Verfügung? Ist eine rückwirkende Materialbewertung möglich?
  7. Ist es mit einem Klick möglich ein Angebot in einen Auftrag zu wandeln?
  8. Wie einfach sind Subsysteme anzuschließen oder Schnittstellen zu realisieren? Sind branchengängige Schnittstellen vorhanden wie z.B. EDI, das vor allem im Automobilzuliefererbereich sehr oft benötigt wird.

Stellen sie genau diese Fragen ihren ERP Lieferanten und seien sie auf die Antworten gespannt! In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Spaß und gutes Gelingen bei der ERP Software Auswahl. Sollten wir eine Frage oder Anforderung vergessen, posten Sie diese einfach unten in das Kommentarfeld.

Was ist ein ERP System?

In vielen Unternehmen taucht immer wieder die Bezeichnung ERP auf. Aber was genau steckt dahinter? Was ist ERP? ERP ist eine Abkürzung für Enterprise Ressource Planning. Hierbei handelt es sich um eine Softwarelösung, die zur Ressourcenplanung eingesetzt werden kann. Diese Planung umfasst eine Vielzahl von Betriebsdaten und Geschäftsanwendungen, die in einer zentralen Datenbank gespeichert und verarbeitet werden.

Wofür kann eine ERP Lösung genutzt werden?

Alle ERP Systeme können für die Steuerung von sämtlichen in einer Organisation oder einem Unternehmen ablaufenden Geschäftsprozesse eingesetzt werden. Ein modernes ERP System sollte folgende Funktionen beinhalten:

  • Produktion
  • Beschaffung
  • Vertrieb
  • Personalwesen
  • Rechnungs- und Finanzwesen
  • Marketing
  • Controlling

Alle Funktionen der Systeme können über eine gemeinsame Datenbasis direkt miteinander verbunden werden. Somit sind die Daten übersichtlicher und strukturierter. Die Planung aller Prozesse sind dadurch über die unterschiedlichsten Unternehmensebenen möglich. Dabei ist es egal, ob es sich um verschiedene Werke oder Abteilungen handelt.

Geschichte der ERP Systeme

Die Systeme wurde zuerst nur von großen Unternehmen in der Industrie verwendet. Die Nutzung der Systeme hat sich seit dem sehr verändert. In der heutigen Zeit werden ERP Lösungen in vielen Arten von Organisationen und Unternehmen verwendet. Dabei kann es sich um Kleinbetriebe, Großunternehmen oder Familienbetriebe handeln. Einige der derzeit auf dem Markt befindlichen Systeme, wie zum Beispiel Microsoft Dynamics NAV, SAP Business One, Assecco ApPlus, abas ERP verfügen über eine Vielzahl an Funktionen. Die Systeme sind in der Lage, alle Funktionen in einer einheitlichen Datenbank zu verwalten. Die Integration von verschiedenen Prozessen und die schnelle und einfache Erfassung aller Daten aus den unterschiedlichsten Abteilungen erleichtern vor allem das Organisieren von Arbeitsabläufen und viele Arbeiten eines Unternehmens. Ein gutes ERP System liegt dabei immer in der Einschätzung des Users und vor allem ob seine eigenen Software Anforderungen abgedeckt werden.

Historie von ERP Systemen

Die eigentliche Entstehung der Systeme führt zurück in die 70er Jahre. Die ersten Variationen des ERP Systems unterstützten nur die Bedarfsplanung des Materials. In den 80er Jahren wurden die Lösungen entsprechend erweitert. Das hatte den Vorteil, dass auch die Produktionsplanung und -steuerung integriert wurde. Derartige Systeme wurden MRP II Systeme genannt, da sie einen klaren Bezug auf die Materialbedarfsplanung hatte. Die Lösungen gelten als Grundlage für die Weiterentwicklung in die Richtung einer moderneren ERP Variante.

Im Gegensatz zu den vorherigen Modellen waren derartige Systeme nicht mehr nur auf den Einsatz in der Industrie beschränkt. Vielmehr konnten sie ganz unabhängig vom jeweiligen Wirtschaftszweig eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil dieser Systeme ist, dass alle Unternehmensbereiche integriert sind und untereinander vernetzt werden können. Ein modernes ERP System wird laufend modernisiert und weiterentwickelt.

Was ist ein ERP System in der Zukunf?

Bereits Anfang 2000 tauchte der Begriff ERP as a Service auf. Die Bezeichnung stand für die neueste Generation der ERP Systemen. ERP as a Service wurde inzwischen durch die Begriffe ERP in der Cloud und Cloud-ERP ersetzt

Was ist ein ERP System in der Zukunft? Es sind internetbasierte gehostete Lösungen oder kurz ERP Saas Lösungen – sie werden in Zukunft die heutigen System Lösungen, welche auf eigener Hardware basiert, ersetzten. Diese zukünftigen ERP Systeme sind internetbasiert und unabhängig von anderen Plattformen, Module können flexibel hinzugebucht werden, gleiches gilt auch für das Bezahlmodell. Hohe anfängliche Lizenzkosten und Customizingkosten gehören der Vergangenheit an, vielmehr wird in monatlich kündbaren Abos dem Kunden eine größtmögliche Flexibilität geboten. Login Effekte wie sie bisher ab dem ersten Tag der Installation vorhanden sind gehören somit der Vergangenheit an.

Gleichzeitig sind zukünftige ERP Systeme leicht skalierbar. Der neue ERP as a Service ist besonders für kleine und mittelständische Unternehmen optimal geeignet. Änderungen und Anpassen können aufgrund der offenen, webbasierten und funktionalen Architektur wesentlich schneller durchgeführt werden.

Funktionen treten zudem in den Hintergrund und müssen vom jeweiligen ERP Software Anbieter automatisch erfüllt werden. Schlagwörter wie Usability und Gamification und damit verbunden dem jeweiligen Anwender eine leichte Bedienung der ERP Software zu ermöglichen, treten dabei umso mehr in der Vordergrund, auch und bereits während des ERP Auswahlprozesses.

ERP Anbieter, welche weiterhin auf Feature und Funktionsvergleiche setzen, werden langfristig nicht mit usability-optimierten Softwarelösungen, wie es der User im privaten Umfeld auch jetzt schon gewohnt ist, mithalten können. Themen wie bring your own device, d.h. Anwender bringen ihr eigenes privates Gerät mit in die Arbeit um dort mit der ERP Softwarezu arbeiten, werden weiterhin an Bedeutung gewinnen. Dies bedeutet, dass zukünftige ERP System auch auf allen unterschiedlichen Geräten funktionieren müssen nicht nur hinsichtlich Funktion sondern auch und vielmehr hinsichtlich Usability.

ERP Pflichtenheft

ERP Pflichtenheft – Was ist zu beachten?

Moderne und effiziente ERP-Systeme können Unternehmen zu wesentlichen Wettbewerbsvorteilen verhelfen, da sie Geschäftsprozesse optimieren und administrative Aufwände reduzieren. Die Ausarbeitung des Pflichtenheftes erfolgt gemeinsam mit dem ERP-Anbieters, definiert den Umfang der Anpassungen des ERP-Herstellers und reguliert die einzelnen Pflichten und Leistungen. Das ERP Pflichtenheft dient dazu, Zeitpunkte für die Realisierung von Projekten bis zum Going-Live festzuhalten. Das ERP Pflichtenheft ist eine vertragliche Grundlage und dient als Maßstab für die Gewährleistung.

Was ist der Unterschied zwischen ERP Pflichtenheft und Lastenheft?

Das ERP Pflichtenheft nimmt dabei einen direkten Bezug zum Lastenheft, das durch den erarbeiteten Anforderungskatalog erstellt wurde. Das Pflichtenheft beschreibt die vom Anbieter vorgestellte Umsetzung des durch den Kunden vorgegebenen Lastenheftes. Dabei sind im Lastenheft die Kundenanforderungen genau definiert, demnach das Pflichtenheft einen Lösungsansatz jener Anforderungen darstellt und die vertragliche Grundlage zwischen Kunde und Anbieter schafft.

Bestandteile

Das ERP Pflichtenheft besteht üblicherweise aus vier Sektionen:

  • Die allgemeine Beschreibung der Anforderungen
  • Wer ist für welche Aufgabe verantwortlich und wer nimmt an der Entwicklung teil?
  • Welche Voraussetzungen sind erfüllt?
  • In welchem Umfang, wie und bis wann soll die Umsetzung stattfinden?

Im Pflichtenheft sollte genau vermerkt sein, inwieweit die Geschäftsprozesse innerhalb der Software abzubilden sind und welche davon in jedem Fall im Standard auftauchen müssen. Das ERP Pflichtenheft sollte die Vorgabe enthalten, dass z.B. Individual-Anpassungen mit neuen Release-Ständen kompatibel sein müssen, da ansonsten hohe Kosten & Folgekosten, entstehen können, da beim Einspielen neuer Releases immer wieder neue Individualanpassungen konzipiert und umgesetzt werden müssten.

Zudem muss dokumentiert werden, welches IT-Personal (Funktion, Qualifikation, Anzahl, Stunden) der Auftraggeber zur Verfügung stellen kann und in welchem Umfang es zeitlich für das Projekt verfügbar ist. es empfiehlt sich, auch aufzuführen, welche Mitarbeiter einer Fachabteilung in welchem Zeitumfang (Wochenstunden Anzahl) zur Verfügung stehen. Beispielsweise ist es notwendig, dass die Mitarbeiter der Buchhaltung den Mitarbeitern des Software Anbieters aufzeigen, auf Grund welchem Schemas eine Rechnung bearbeitet werden soll und welche Mitarbeiter an diesem Arbeitsschritt teilhaben sollen.

Ebenfalls sollten exakte Angaben über die Qualität der Schnittstellen und Altdaten nicht fehlen.

Zudem ist es wichtig, festzuhalten, zu welchem Zeitpunkt die Einführung beginnen soll und für welchen Zeitpunkt der Go-Live-Termin geplant wird, da dies Auswirkungen auf die Anzahl der Berater hat, die vom Software Anbieter eingesetzt werden sowie auf die Implementierungskosten. Ebenfalls empfiehlt es sich, Angaben zu den Vorgaben für das Lizenz-Modell, wie beispielsweise welche Organisations-Einheiten und Personal mit der Software arbeiten sollen und welche Wachstumsraten geplant wurden.

Wird nicht das Lizenzmodell vereinbart, dass für die eigene Organisationsstruktur passt, können im Falle von Veränderung der vereinbarten Lizenz-Parameter schnell hohe Folgekosten entstehen, welche eventuell über die gesamte Finanzplanung hinausgehen, beispielsweise durch Abspaltungen oder Firmenaufkäufe etc. Ein weiterer wichtiger Inhaltspunkt des ERP Pflichtenhefts sind die Vorgaben für die Formular-Erstellung sowie für das Berichtswesen, das über die ERP-Software aufgezeigt werden soll. Ein wichtiger Faktor können auch gesetzliche Vorgaben sein.

Pflichtenheft ist Grundlage des Angebotes

Das Pflichtenheft wird normaler Weise den geeigneten ERP-Anbietern übermittelt und stellt die Grundlage für deren Offerten dar. Um den Anbieter auch rechtlich an die Inhalte und Vorgaben des Pflichtenheftes zu binden, empfiehlt es sich, ihn bei Angebotsanforderung in schriftlicher Form darauf aufmerksam zu machen, dass er sein Angebot unter allen Umständen unter Berücksichtigung der Vorgaben des ERP Pflichtenheftes abgeben muss. Auch zu späteren Zeitpunkten sollte das Pflichtenheft in jedem Fall zum festen Bestandteil des Vertrages gemacht werden, um aufzuzeigen, unter welchen lizenzrechtlichen, technischen und kaufmännischen Vorgaben der Auftraggeber das ERP-System kauft. Wird es wie vermerkt in die Angebots- und Vertragsstruktur des ERP-Projekts mit eingebunden, haftet auch der Anbieter für die Einhaltung aller Aspekte im Pflichtenheft. Ein Mehraufwand kann dann nur noch für die Aspekte geltend gemacht werden, die sich außerhalb der Pflichtenheft-Vorgaben befinden.

Doch was ist zu tun, wenn der Anbieter einen Mehraufwand geltend macht, da Leistungen vom Auftraggeber abverlangt werden, die nicht im Pflichtenheft festgehalten wurden? Hierbei gilt es zunächst zu prüfen, ob sich der Anbieter auch tatsächlich im Recht befindet. Ist dies der Fall, so stellt sich die Frage, wer für den Fehler verantwortlich gemacht werden kann. In dem Fall, dass der Auftraggeber selbst das Pflichtenheft erstellt hat, muss er für den Mehraufwand aufkommen und darf seinen Regressanspruch nicht geltend machen. Hat er das Pflichtenheft jedoch von einer Drittfirma erstellen lassen, besteht die Möglichkeit, der Drittfirma den entstandene Mehraufwand in Rechnung zu stellen, soweit diese bei genauer Arbeitsweise diesen Aspekt nicht hätte vergessen dürfen. Die Faustregel gilt: Je niedriger das IT-Know-How des Auftraggebers, desto genauer sollte Punkte definiert, welche der Auftragnehmer bei dem Projekt beachten muss. Bei der Erstellung des ERP Pflichtenheftes gilt es, die Anforderungen nicht neutral zu formulieren.

Stress vermeiden mit einem erfahrenen ERP Partner

Nach dem Motto „Papier ist geduldig“ sollte man grundsätzlich auf einen  erfahrenen Implementierungspartner bauen, welcher nicht nur ein Stück ERP Software zur Verfügung stellt, sondern auch sämtliche Aspekte der Software-Implementierung übernehmen kann.

Die Softwareimplementierung beginnt eigentlich schon beim Verkaufsprozess. Denn bereits beim Ersttermin zeigt sich ob ihr zukünftiger Partner strukturiert ist und sie auch in turbulenten Zeiten unterstützen kann.

Lassen Sie sich also sehr frühzeitig die Schritte einer ERP Einführung zeigen, angefangen vom Ersttermin über die Bestandsaufnahme, Workshop, Vertragsunterzeichnung, Projektstart bis hin zum Echtstart der ERP Software. Wenn Sie unsicher bei der Lastenheft oder Pflichtenheft Erstellung sind, so lassen Sie sich von unabhängigen ERP Auswahl Beratern helfen. Im deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche Unternehmen, welche sich auf die unabhängige ERP-Auswahl Beratung spezialisiert haben. Achten Sie bei der Auswahl aber darauf ob der Berater tatsächlich neutral handelt oder Provisionen zwischen Partner und Berater fließen.

ERP Pflichtenheft nicht nur für Großunternehmen

Viele klein und mittelständische Unternehmen denken, dass die Erstellung eines Pflichtenheftes nur bei Großunternehmen gepaart mit Millionenbudget eine Rolle spielt, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten vor allem klein und mittelständische Unternehmen ein Pflichtenheft erstellen oder erstellen lassen. Immer wieder kommt es auch vor, dass z.B. ein Absolvent seine Bachelor- oder Masterthesis über die Einführung einer Unternehemenssoftware im jeweiligen Unternehmen schreibt. Sofern der Absolvent später im Betrieb übernommen wird, haben Sie zugleich auch schon einen sehr guten Projektmitarbeiter oder sogar Projektleiter auf Ihrer Seite.

 

Leasing

Der Begriff Leasing ist in aller Munde, denn heutzutage kann man fast alles „leasen“. Doch was bedeutet der Begriff überhaupt und was kann man genau alles leasen? Hierzu wollen wir im Folgenden Antworten geben und auf die einzelnen Bereiche des Leasings eingehen.

Was bedeutet Leasing?

Obwohl es keine einheitliche Definition von dem Begriff “Leasing“ gibt, wird darunter im Allgemeinen und vom englischen Wort „to lease“ ableitend, das Thema Mieten bzw. Pachten verstanden. An dieser Stelle ist aber anzumerken, dass die wortwörtliche Übersetzung des Begriffes in das Deutsche eine große Ungenauigkeit vermittelt, denn bei dieser Form der Finanzierung handelt es sich nicht um einen Mietvertrag sondern vielmehr um einen Nutzungsüberlassungsvertrag.

Formen des Leasing

Obwohl man unter dem Begriff des Leasings meist die Finanzierung eines Produktes durch einen Dritten versteht, gibt es dennoch oder auch vielmehr eine Reihe von Klassifizierungsmöglichkeiten des Leasings. Das Leasing kann folglich nicht nur in Privat- und gewerbliches Leasing sondern auch nach dem Vertragsverhältnis ( Sale and Leas Back bzw. Großobjektleasing), nach der Ausrichtung der Leasinggesellschaft ( Operatives bzw. Finanzierungsleasing), nach der Art des verleasten Produktes ( Immobilie/Mobilie) oder auch nach dem Vertriebsweg z.B. Vendorleasing, unterteilt werden.

Welche Produkte werden am häufigsten geleast?

Diese Antwort ist sehr einfach, denn auf folgende Kategorie fallen über 66% aller geleasten Objekte! Fahrzeuge aller Art wie LKW, PKW, Anhänger und Busse sind die mit Abstand am häufigsten geleasten Objekte. Auf Nummer 2 und damit die zweithäufigst geleasten Objekte und Produkte mit einem Wert von 10,8% aller geleasten Objekte sind Produktionsmaschinen. Darunter fallen z.B. neben Baumaschinen auch Gabel- und Hochregalstapler. An Nummer der 3 der am häufigsten geleasten Objekte mit einem Wert von 10,2% sind Büroaustattung und EDV.

Autoleasing- was sind die Voraussetzungen

Nachdem das Autoleasing bzw. Fahrzeugleasing die häufigste Art des Leasings ist, wollen wir nun im Folgenden auf die Voraussetzungen für einen Leasingvertrag als Privatperson eingehen. Auch wenn diese Form der Finanzierung scheinbar mühelos und ohne großen Aufwand durchführbar ist, so sind doch ein paar Kriterien zu erfüllen. Dazu zählen neben einer positiven Schufa Auskunft und einer positiven Creditreforn Auskunft auch der Erhalt eines regelmäßigen Einkommens gemäß der Fahrzeuggröße, wobei zusätzlich auch die Probezeit beim Arbeitgeber beendet sein sollte. Sollten beide letztgenannten Kriterien nicht 100% erfüllt sein, so kann durch einen Bürgen oder durch Hinterlegung einer Kaution im Gegenwert von 20-30% des Fahrzeugwertes nachgeholfen werden. Viele Unternehmen haben ein Fahrzeugleasing im Angebot. Die in München ansässige Leasingtime bietet viele Schnäppchen zum Thema Fahrzeugleasing und hat auch entsprechend günstige Fahrzeuge wie z.B. einen Seat Leon oder einen VW Golf im Angebot.

IT Leasing – SAP Business One

Nachdem es in diesem Blog immer über das Thema ERP Systeme und im speziellen um SAP Business One geht, wollen wir nach einen Auflug in die Welt des Leasings nun auch wieder zurück zum eigentlichen Thema des Blogs kommen.
Selbstverständlich ist auch im Bereich der ERP Systeme und vor allem bei Business One eine derartige Finanzierung des IT Projektes möglich. Das SAP Business One Leasing beinhaltet nicht nur das Leasen der ERP Software sondern auch die damit verbundenen Hardware. Zudem können im Rahmen des SAP Business One Finanzierung auch Nebenleistungen wie Installationskosten, Schulungskosten oder auch Kosten für Anpassungen mit eingerechnet werden. Das Finanzierungspaket wird dabei meist vom SAP Mittelstand Partner angeboten.

ERP Studie – Jedes zweite ERP Projekt teurer

Wie eine ERP Studie zu dem ERP Software Markt ergeben hat, ist über die Hälfte aller ERP Software Projekte teurer als geplant und das ist erst der Anfang, denn fast jede fünfte ERP Implementierung überschreitet das ursprünglich geplante Projektbudget um bis zu 50%.

Längere Projektlaufzeiten

Wer jetzt denkt dass dies das Ende der schlechten Nachrichten ist, der irrt. Denn 60% aller ERP Softwareprojekte überschreiten die Projektzeit. Jede zweite Softwareimplementierung dauert dabei mindestens 25% länger als ursprünglich geplant und jede zehnte Softwareeinführung dauert mindestens 75% länger.

Projektvorteile treten nicht ein

Aber auch das war noch nicht das Ende der schlechten Nachrichten. Viele Vertriebsmitarbeiter von IT Unternehmen versprechen ihren Kunden im Rahmen der Einführung zahlreiche Vorteile wie verbesserte Geschäftsprozessen, gesteigerte Produktivität oder geringere IT Kosten, doch treten diese Projektvorteile tatsächlich ein. Auch dies hat die Studie untersucht und ist zu einem vernichtenden Urteil gekommen. 25% der Unternehmen verzeichnen keine messbaren Geschäftsvorteile, 50% der Unternehmen verzeichnen nur 50% der projektierten Geschäftsvorteile und nur jedes zehnte Unternehmen kann die geplanten Projektvorteile zu mindestens 80% realisieren.

ERP Studie zeigt – Geringere IT Kosten werden nicht realisiert

Die ERP Studie hat auch untersucht, welche Projektvorteile realisiert werden konnten und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass verringerte IT Kosten am wenigstens verwirklicht werden konnten, gefolgt von verbesserter Lieferantenintegration, verbesserter Kundenintegration und geringeren Betriebsaufwand.

Zielgruppe der ERP Umfrage

Interessant wird es vor allem, welche Zielgruppe die Softwarestudie untersucht hat. Hier ist festzustellen, dass die Softwarestudie nicht nur zahlreiche Branchen wie Dienstleistung, öffentlicher Sektor, Handel und produzierendes Gewerbe berücksichtigt hat, sondern auch ein gutes Abbild der bestehenden Unternehmensgröße gibt. So hatten 26% der befragten Unternehmen bis zu 30 Named User Lizenzen im Einsatz, weitere 22% der Befragten 30-100 named user Lizenzen, 18% der teilnehmenden Firmen 101-250 Lizenzen, 7% der Teilnehmer hatten 251-500 Softwarelizenzen und auch die Konzernsoftware User mit einer Lizenzanzahl über 1000 Stück wurden berücksichtigt. Zudem gibt die Softwarestudie einen guten Überblick über die Vielzahl der am ERP Software Markt erhältlichen Systeme wie z.B. SAP, SAGE, Oracle, Abacus, Infor oder Lawson.

Fazit der ERP Studie

Im Rahmen des 2013 ERP Report von Panorama Consulting gibt jedes dritte Unternehmen an, dass sie mit ihren ERP Anbieter nicht zufrieden sind. Inwiefern die Studie auch auf den deutschen ERP Softwaremarkt und auf deutsche Unternehmen reproduziert werden kann, bleibt insofern offen, da es sich bei dem Herausgeber der Studie um ein amerikanisches Unternehmen handelt. Zudem bleibt auch die Herkunft der teilnehmenden Unternehmen offen. Fraglich bleibt auch ob die Unternehmen intensiv die Vorarbeiten einer Softwareauswahl durchgeführt haben und so z.B. ein ERP Pflichtenheft erstellt haben, gemeinsam mit verschiedenen Anbietern die Anforderungen aufgenommen haben oder auch einfach mal Referenzbesuche durchgeführt haben.